Der Klimawandel hat eine moralische Dimension. Nur wenn wir uns dessen bewusst sind und entsprechend handeln, kann die Weltgemeinschaft dem Klimawandel erfolgreich begegnen. Diese Überzeugung war der Auslöser für eine Veranstaltung, die am 22. November bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Bonn stattfand.

Das GIZ-Sektorprogramm “Werte, Religion und Entwicklung” hatte Halldór Thorgeirsson eingeladen, über die moralische Dimension des Klimawandels und die Rolle von Religion und Werten beim Übergang hinzu einer emissionsarmen, klimaschonenden Entwicklung zu sprechen. Thorgeirsson ist ein Bahá’í und Senior Director for Intergovernmental Affairs beim UN Klimasekretariat. Er arbeitet seit mehr als 20 Jahren zu Klimafragen und hat die diesjährige 23. UN Klimakonferenz (COP23) in Bonn mit vorbereitet.

In seinem Beitrag verwies Thorgeirsson darauf, dass die Folgen des Klimawandels nicht vor nationalen Grenzen haltmachen würden. Genauso höre die Verantwortung der Staaten nicht an den eigenen Grenzen auf. Er betonte in diesem Zusammenhang das Konzept der Einheit der Menschheit in ihrer Vielfalt und die Notwendigkeit, gemeinsam nach gerechten Lösungen zu suchen. Entscheidend sei auch, die Stärke des moralischen und sozialen Gefüges in einer Gesellschaft, um dem Klimawandel und seinen Auswirkungen zu begegnen.

In einem zweiten Redebeitrag hob Ulrich Nitschke die Rolle von religiösen Organsisationen hervor. Religiöse Gemeinschaften und Traditionen teilten den Respekt vor der Schöpfung und den Glauben an eine gemeinsame Verantwortung, die Schöpfung für zukünftige Generationen zu bewahren. Nitschke leitet im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das GIZ-Sektorprogramm “Werte, Religion und Entwicklung” sowie das Sekretariat der International Partnership on Religion and Sustainable Development (PaRD).

Im anschließenden Austausch mit den rund 60 Teilnehmenden der GIZ und der Universität Bonn wurden u.a. Fragen zur Verantwortung von Unternehmen und jedem Einzelnen, zum Verlauf der COP23 und zur Rolle von Religion im öffentlichen Raum diskutiert.